Costa Rica
Costa Rica ist ein kleines Land mit vielen Reizen. Üppige Regenwälder und Sumpflandschaften bieten sich für die Beobachtung seltener Pflanzen und aussergewöhnlicher Tiere an. Reisenden, die sportliche Herausforderungen suchen, wird es auf einer Wanderung in einem der zahlreichen Nationalparks, beim Rafting auf einem Wildwasserfluss, beim Surfen im Pazifik oder bei einer Biketour bestimmt nicht langweilig werden. Eine Attraktion sind auch die zahlreichen, teilweise lavaspeienden Vulkane. Wer es lieber gemütlich und entspannt mag, kann sich an einem der kilometerlangen weissen Sandstrände erholen.
Die Viefalt des Landes bietet für jeden Geschmack etwas. Ob Naturliebhaber, Wassersportler oder Badeurlauber – in Costa Rica kommen alle auf ihre Kosten. Auf geht's ins Land der Tukane, Brüllaffen und Faultiere. Pura Vida!
Costa Rica, im Spanischen die «reiche Küste», ist mit seiner faszinierenden Artenvielfalt ein wahres Naturparadies und wird oft als die «Schweiz Mittelamerikas» bezeichnet. Das Land liegt im Zentrum der mittelamerikanischen Landenge zwischen Nicaragua und Panama und ist eingebettet zwischen dem Karibischen Meer im Osten und dem Pazifischen Ozean im Westen. Flächenmässig nur wenig grösser als die Schweiz, bieten sich den vielen Vögeln, Säugetieren, Amphibien und verschiedensten Pflanzen aufgrund der vielfältigen klimatischen Bedingungen ideale Lebensräume. Das über vier Millionen Einwohner zählende Land hält für den Besucher beeindruckende Naturerlebnisse in 26 Nationalparks, acht biologischen Reservaten sowie zahlreichen weiteren Naturschutzgebieten bereit.
Das costaricanische Essen ist meist einfach. Man isst vor allem Reis und Bohnen und unzählige Kombinationen dieser beiden Grundnahrungsmittel. Typisch ist «Gallo Pinto», gebratener Reis mit Bohnen. Es wird oft zusammen mit Eiern und Käse als Frühstück serviert. Mittags bekommt man fast überall «Casados» – Tagesgerichte. Sie bestehen meist aus Fleisch, Bohnen, Reis, Salat und Kochbananen.
Es werden auch häufig Fisch und Meeresfrüchte gegessen. Bei wichtigen Anlässen sind «Tamales» typisch – ein Maisgericht mit Fisch, das in Bananenblättern gedünstet wird.
Das beliebteste Getränk des Landes ist wohl der Kaffee. Er wird traditionellerweise stark serviert. Unbedingt kosten muss man einen frischen, kühlen «Batido». Dieser wird aus frischen Früchten hergestellt und kann «al agua» (mit Wasser) oder «con leche» (mit Milch) bestellt werden. Die Geschmacksrichtungen sind vielfältig: Mango, Papaya, Ananas, Wassermelone, Honigmelone, Brombeere, Karotte, Tamarinde – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Auch «Pipas» sind gut gegen den Durst: Die grünen Kokosnüsse werden mit einem eingestochenen Loch und einem Strohhalm serviert.
Das beliebteste alkoholhaltige Getränk ist Bier, das in einheimischen Brauereien hergestellt wird. «Guaro» ist ein alkoholisches Getränk aus Zuckerrohr und wird als Schnaps getrunken. «Café Rica» ist ein Likör, der auf Kaffee basiert. Salud!
Die meisten der rund 4.7 Millionen Einwohner Costa Ricas sind Mestizen (Mischlinge mit spanischen und indianischen und / oder schwarzen Vorfahren). Nur noch etwa 0,7% der Bevölkerung machen die indigenen Kulturen aus (z.B. Bribrí oder Cabécar), die stark vom Aussterben bedroht sind. Rund 3% der Bevölkerung sind Schwarze, deren Vorfahren Einwanderer aus Jamaika waren und die im 19. Jahrhundert für den Bau der Eisenbahnen nach Costa Rica geholt wurden. Sie leben heute meist an der Karibikküste und sprechen ein Gemisch aus Englisch, jamaikanischem Englisch und Spanisch.
Die «Ticos» sind sehr stolz auf ihr Land mit seinen ökologischen Schätzen, dem hohen Lebensstandard und seinem Bildungsniveau. Das Land wird oft auch als «Schweiz Mittelamerikas» bezeichnet. Vor allem die Tatsache, dass Costa Rica in einer Region, die immer wieder von Kriegen erschüttert wird, ohne Armee auskommt, wird gerne erwähnt.
Trotz der für mittelamerikanische Verhältnisse hohen Lebensqualität gibt es starke regionale Unterschiede. Die Bauern und Einheimischen im ärmeren Tiefland führen ein einfaches Leben, und an den Rändern der Städte findet man Slums, jedoch mit weitaus kleineren Einwohnerzahlen als in anderen lateinamerikanischen Ländern.
Ein aktuelles Thema ist der Zustrom von Immigranten aus Nordamerika und teilweise aus Europa. Zwar bringen die Einwanderer viel Gutes wie z.B. den Aufbau und die Finanzierung von wichtigen Natur- und Umweltschutzprogrammen. Doch manche reden auch von einer gewissen Diskriminierung, z.B. wenn es um die Verteilung von Jobs an einheimische oder ausländische Bewerber geht.
Der Nationalsport ist «Fútbol», und in jeder Stadt gibt es einen Fussballplatz. Tausende von leidenschaftlichen Fussballfans erfreuen sich an den Erfolgen ihrer Nationalmannschaft in der Vergangenheit.
Costa Rica ist allerdings weniger für seine Kultur bekannt als für die landschaftliche Schönheit und die tropische Flora und Fauna. Auch haben die Ureinwohner nur einen geringen Einfluss auf die Kunst und Kultur des Landes. Daher entsprechen viele kulturelle Veranstaltungen dem Unterhaltungsstil, den wir kennen.
Neben einem vielfältigen Angebot an Theatern (berühmt: das «Teatro Nacional»), Galerien oder Musikhäusern finden Sie in der Hauptstadt auch die meisten Museen des Landes.
In keinem anderen Land der Welt gibt es auf so kleiner Fläche (51'100 Quadratkilometer, nur wenig grösser als die Schweiz) so viele unterschiedliche Lebensräume. Grund dafür ist die einzigartige Geografie des Landes. Sie ermöglicht eine phantastische Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen, wie sie kein anderes Land bietet. Dies macht Costa Rica zu einem der beliebtesten Reiseziele für Naturliebhaber aus der ganzen Welt.
Die Pazifikküste bietet Halbinseln, Golfe und kleine Buchten. Dazwischen findet man die typischen weissen oder schwarzen Sandstrände mit Palmen, aber auch felsige Landspitzen. Die Gezeiten sind hier stark ausgeprägt, und die Gegend ist nicht nur ein Paradies für Wasservögel, sondern auch für Surfer. Gegen das Landesinnere hin findet man auf dieser Seite offene Weideflächen im Norden und tropischen Regenwald im Süden. Die Karibikküste ist dagegen eher eintönig: Die Tiefebene besteht aus Lagunen und Wäldern, und da hier die Gezeiten nur schwach sind, gibt es entlang der Sümpfe Vegetation bis zum Strand. Geteilt werden die beiden Küsten durch das Bergland mit seinen aktiven Vulkanen. Der höchste Gipfel ist der Cerro Chirripó mit 3'820 Metern.
Neben den typischen Tierarten aus den Tropen wie Pfeilfröschen oder Klammeraffen ist das Land auch Ziel vieler Zugvögel aus fernen Gebieten (rund 200 Arten pro Jahr, teilweise auch aus Alaska oder Australien). Bis jetzt wurden in Costa Rica gut 850 verschiedene Vogelarten gesichtet. Manche der ungefähr 260 Tierarten trifft fast jeder Reisende an (Affen, Faultiere, Nasenbären), andere sieht man eher selten (z.B. Jaguare oder Tapire). Um die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten, besuchen Sie am besten einen der vielen Nationalparks.
Auch die pflanzliche Vielfalt ist in Costa Rica sehr gross. So gibt es z.B. über 1'300 Orchideenarten und mehr als 2'000 Baumsorten. Auf der Reise in verschiedene Regionen werden Sie erstaunt sein: Heute gleiten Sie im Kanu durch einen Mangrovenwald, morgen spazieren Sie durch den kalten Bergnebelwald, zum Beispiel im Nationalpark Monteverde, und der Norden überrascht Sie anschliessend mit seinen Trockenwäldern.
Die politische Lage in Costa Rica kann als stabil bezeichnet werden. Aktuelle Informationen erhalten Sie unter www.eda.admin.ch.
Über die präkolumbianische Kultur von Costa Rica ist nicht viel bekannt. Die Spanier hatten kein Interesse daran, die Kulturen zu dokumentieren, sondern vernichteten sie. Und auch Costa Rica selbst interessierte sich bis vor kurzem kaum für seine frühere Geschichte.
Christoph Kolumbus ging 1502 auf seiner vierten und letzten Reise in die «Neue Welt» in der Nähe des heutigen Puerto Limón vor Anker. Während Reparaturarbeiten an seinem Schiff im Gange waren, wagte er sich ins Landesinnere vor. Er taufte die Küste zwischen Honduras und Panama «Veragua». Den heutigen Namen erhielt das Land wohl aufgrund der Beschreibung dieser «reichen Küste».
1560 wurde eine neue spanische Kolonie gegründet. Rund um Cartago wurde der fruchtbare Boden von Siedlern beackert, und die erste Kirche des Landes wurde errichtet. Costa Rica wurde eine offiziell anerkannte Provinz Neuspaniens.
Dass die Gegend keine strategische Bedeutung oder Bodenschätze besass, könnte ein Grund dafür sein, dass die Kolonialgeschichte des Landes anders verlief als bei anderen spanischen Besatzungen dieser Zeit. Das Leben drehte sich um die Landwirtschaft.
Mit den neuen spanischen Siedlungen nahm die Anzahl der Ureinwohner dramatisch ab. Bei der ersten Ankunft von Kolumbus waren es rund 400'000, ein Jahrhundert später nur noch etwa 20'000. Nach weiteren hundert Jahren waren gerade noch 8'000 übriggeblieben.
Das Generalkapitanat Guatemala, zu welchem auch Costa Rica gehörte, erklärte 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien, woduch Costa Rica automatisch seine Freiheit erlangte. Die zentralamerikanische Föderation entstand, die aber nicht von langer Dauer war. Costa Rica trat 1838 aus.
Während im Rest Mittelamerikas Bürgerkriege tobten, nahm ein unabhängiges Costa Rica Gestalt an, und 1824 wurde der erste Staatschef eingesetzt.
1856 landete William Walker in Nicaragua und wollte Mittelamerika erobern. Er marschierte nach Costa Rica, wo eine Freiwilligenarmee aufgestellt wurde. Bei Santa Rosa wurden die amerikanischen Söldner nach Nicaragua zurückgedrängt. Bei dieser Schlacht kam Juan Santamaría ums Leben, als er Walkers Verteidigungsstellung in Brand setzte. Seither ist Santamaría der Nationalheld Costa Ricas.
Im 19. Jahrhundert entdeckte man, dass sich der Boden und das Klima im Hochland ideal für den Kaffeeanbau eignen. Dieser verwandelte das verarmte Land in das reichste der ganzen Region. Für die Verschiffung wurde eine Eisenbahnlinie vom Hochland zur Küste gebaut. Es wurden auch US-Strafgefangene, chinesische und jamaikanische Sklaven als Arbeiter für den Bau eingesetzt. 1890 war die Bahn fertiggestellt. Um die Arbeiter billig zu ernähren, waren Bananen entlang der Bahnlinien angepflanzt worden. Aus diesem kleinen Nebengeschäft entstand der grösste Arbeitgeber Mittelamerikas, die United Fruit Company. Die Firma förderte die Einwanderung von Arbeitern aus Jamaika, und die ethnische Zusammensetzung des Landes veränderte sich.
Nachdem die Kaffeepreise in den 1970er-Jahren dramatisch gefallen waren, wollte man Touristen ins Land holen, um den Wohlstand zu sichern. Es begann der Ökotourismus, der auch heute noch eine grosse Bedeutung hat.
Der allgemeine Lebensstandard und die Infrastruktur in Costa Rica sind im Vergleich zu den anderen Ländern der Region sehr hoch. Das Land gilt als sicherstes Reiseziel Lateinamerikas, und die Bevölkerung profitiert von einem guten Schulsystem und Gesundheitswesen.
Die «Ticas» und «Ticos», wie sich die Costa Ricaner selber nennen, sind ein sehr herzliches Volk und liebenswürdige Gastgeber. Sie sind zum grössten Teil Nachkommen der spanischen Eroberer. Heute sind diese allerdings kaum mehr von den Mestizen zu trennen, die sowohl spanische als auch indianische Vorfahren haben.
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